Mittwoch, 30. Januar 2013

Die Brigach

Brigach und Breg    Quelle: Wikipedia



Die Brigach,ein Quellfluss der Donau.
Auf der Strecke von St. Georgen über Brigach nach Furtwangen oder Schönwald lädt bei den letzten Höfen von Brigach ein kleiner Parkplatz und das Schild „Brigachquelle“ zum Halt ein.Nur wenige Schritte sind es zu dieser Quelle beim Hirzbauernhof. Der stattliche Hof und die Quellanlage bilden den Beginn des schönen Brigachtales. Über dem Wasseraustritt sieht man einen Sandstein mit einer figürlichen Darstellung. Es ist eine Kopie des nachfolgend beschriebenen Brigachreliefs oder Dreigöttersteines. Das Original kann im Lapidarium der Stadt St. Georgen betrachtet werden.
Das so genannte Brigachrelief, welches 1888/1889 bei der Erneuerung des Küchengewölbes im Hirzbauernhofes in Brigach gefunden wurde, zeugt von der frühen Bekanntheit und Bedeutung der Brigachquelle. Der Steinplatte mit der Darstellung von Hirsch, Hase und Vogel sowie 3 Köpfen wird keltischer Ursprung bescheinigt. Manche Betrachter sehen in der Darstellung auch römische Einflüsse. Obwohl verschiedene Deutungen der Figuren vorhanden sind, wird der Stein überwiegend als Rest eines Quellheiligtums mit Göttersymbolen angesehen. Sein Alter von etwa 2000 Jahren zeigt die frühe Beachtung, die der Brigachquelle zuteil wurde. „Ohne Mühe kann also das Dreigötterrelief als echtes Zeugnis eines kleinen keltischrömischen Heiligtums an der Brigachquelle gewertet werden" schreibt Dr. Konrad Spindler in
seinem Beitrag zur Vor- und Frühgeschichte des Schwarzwald-Baar-Kreises. Das an dieser Quelle wahrscheinlich vorhandene Quellheiligtum unterstützt die Behauptung, dass man in der Brigach die eigentliche Donauquelle sah, beziehungsweise dass man sie als den wichtigsten Quellfluss hielt. Dies ist wohl auch in der damals leichteren Erreichbarkeit und der eindeutigen Bestimmung der Quelle begründet. Die Brigach ist damit wohl auch der älteste bekannte Quellfluss der Donau. Einzigartig ist die Quelle selbst, denn nirgends sonst entspringt eine Flussquelle im Keller eines Bauernhofes. Von dort wird sie über eine Rohrleitung zu der erwähnten Quellanlage geleitet. Der umliegende Hirzwald und der Hirzbauernhof (Hirz = Hirsch) bilden einen schönen Rahmen für den Beginn eines der Hauptquellflüsse der Donau.

BREGTAL - DONAU- RADWEG


BREGTAL - DONAU- RADWEG am Quellfluss der Donau

Als eine schöne Radwanderung zu empfehlen ist der "BREGTAL - DONAU- RADWEG" von St. Georgen über die Quellen derBrigach, Elz und Breg am Quellfluss der Donau entlang bis Donaueschingen zum Anschluss an den vielfach erwähnten"DONAURADWEG"


1.Etappe: Karte

St Georgen (Anreise z.B. mit Zug) (950 m.ü.M) - Albertsgrund, Kohlbühl - Auf der Matten, Hirzbauer, Brigachquelle (1024 m.ü.M).- Schönwald (1000 m.ü.M) - Weißenbacher Höhe (1025 m.ü.M.) - Farnberg - Elzquelle - Martinskapelle / Donauquelle(1100 m.ü.M.) (Übernachtungsmöglichkeit im Berggasthof Martinskapelle oder Höhengasthaus Hotel Kolmenhof 

2. Etappe Karte

Donauquelle (1100 m.ü.M.) - Katzensteig - Furtwangen (870 m.ü.M.) - Vöhrenbach (800 m.ü.M.) - Donaueschingen (700 m.ü.M)
Karte Donauradweg

Der Streit um die Donauquelle



Der Streit um die Donauquelle

Das Jahr 1544 ist der Zeitpunkt, an dem der Jahrhunderte alte Streit um die Donauquelle ihren Anfang nahm. Zwar setzte sich Sebastian Münster, der Mann auf dem Hundertmarkschein im Jahre 1538 für die Schlossquelle in Donaueschingen ein, jedoch 6 Jahre später (1544) widersprach der Freiburger Professor Heinrich Loriti Clareanus dem Sebastian Münster und trat mit voller Entschiedenheit für die Quellflüsse Brigach und Breg ein. Der Streit um die Quelle begann. 

Jedes Land wollte die Quelle des weltberühmten Flusses auf seinem Gebiet besitzen. Die Fürsten Fürstenberg gaben an vor ihrem Schlosse in Donaueschingen die "Donauquelle" zu haben. Die Römer sollten angeblich die Donauquelle entdeckt habe, obwohl der Beweis hierfür fehlte.

1702 suchte der Kaiser General Marsigli, von Kaiser Josef I. beauftragt, nach der Quelle der Donau. Die Quelle der Breg am Brücklerain bei Furtwangen erklärte Marsigli als die weitesten entfernten für die wahre Quelle der Donau und erstellte 3 Landkarten. Vicarius Breuninger vom Kloster St. Georgen, als guter Schwabe, wies 1719 mit Leidenschaft nach dass die Urquelle des weltberühmten Stromes nicht in Donaueschingen, sondern auf württembergischen Gebiet am Hirzwald im Ursprung der Brigach zu suchen sei. Auf einer Karte des Herzogtums Württemberg aus jener Zeit ist die Brigachquelle als fons naturalis (natürliche Donauquelle) verzeichnet. 

Der Schweizer Mathematikprofessor Scheuchzer hält die Quelle des Inns in Graubünden als höchstgelegene Quelle für den echten Donauursprungs. Um die Wende des 18. Jahrhunderts gab man den Irrtum über die Schlossquelle selbst in Donaueschingen zu. Das Donaubächle, das sich von der Schlossquelle nach 300 m langen Lauf in die Brigach ergoss wurde zugeschüttet. 1828 wurde das Wasser der Schlossquelle auf kürzestem Wege in einem 90 m unterirdischen Kanal in die vorbei fließende Brigach geleitet. 

1844 schrieb das Universal-Lexikon des Großherzogtum Baden:
Die Donau, der größte Strom Deutschlands entspringt bei der Martinskapelle nahe bei Furtwangen und heißt am Anfang Breg. Fast alle großen Ströme in der Welt haben mehrere Quellflüsse. Quellflüsse sind nicht immer ebenbürtig. Der Rhein entspringt als Vorderrhein am St. Gotthard. Der Vorderrhein ist gegenüber dem Hinterrhein der bedeutendere Quellfluss. 

Der Nil entspringt als Kagera. Die Kagera-Nilquelle ist die südlichste und mündungsfernste Nilquelle. Der Amazonas entspringt als Apurimac. Die Apurimacquelle ist die mündungsfernste Quelle des Amazonas. 

Bei der Donau ist die Quelle der Breg an der historischen Martinskapelle bei Furtwangen die westlichste und mündungsfernste Quelle der Donau. Die alte Convention trifft zu, wonach der oberste kräftigste Quelllast eines Gewässernetzes als dessen Ursprung gilt. Bei zahlreichen Flüssen hat es auch Korrektionen um die Quelle gegeben, wie der Quellenforscher Dr. Ludwig Oehrlein berichtet

Ursprung der Donau


Vom Ursprung der Donau

Die Donau ist mit ihren 2850 Kilometern Länge neben der Wolga der mächtigste Strom Europas, der größte Strom des Abendlandes. Ihr Hauptquellfluß –die Breg – entspringt auf der 1078 Meter hoch gelegenen Martinskapelle, 100 Meter von der Wasserscheide Rhein/Donau entfernt. Im Altertum galt sie als der längste europäische Strom, hieß im Oberlauf Danubius, im Unterlauf Ister.Die Frage,wo die Donauquelle zu finden ist, beschäftigte die Gelehrten über Jahrhunderte. Heute ist diese Frage eindeutig geklärt: Die Donau beginnt zwar auf Gemarkung Donaueschingen,wo Brigach und Breg zusammenfließen, ihre Quelle aber befindet sich auf der Martinskapelle in Furtwangen, da es sich bei der Breg um den längsten Quellfluß der Donau handelt. Das Universallexikon des Großherzogtums Baden stellte diesbezüglich bereits 1847 fest:„Donau,der größte Fluß Deutschlands,entspringt bei der Martinskapelle in einer wilden und einsamen Gegend des Schwarzwaldes, heißt am Anfang Brege.. und bildet erst in Donaueschingen, wo sie sich mit der
Brigach vereinigt, die Donau.“ Auch im Fall des Nils und des Amazonas gilt die mündungsfernste Quelle
als Ursprung. In Sachen Donau ist vor allem nach wie vor richtig,was viele schon in der Schule lernten:
„Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“.
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